GESELLSCHAFT & SYSTEM

DIE EINE GLOBALE WELT

Die Disruption der Systeme ist unausweichlich. Denn die Welt ist aus der Balance geraten. Erst neue und reformierte Systeme, die die neuen Bedingungen reflektieren, können eine nächste stabile Phase in der menschlichen Entwicklung moderieren.



Die Menschheit befindet sich an der Schwelle, eine globale Welt als ihren gemeinsamen Lebensraum zu etablieren. Was bislang als Globalisierung verstanden wird, genügt dem nicht. Regional und national begrenztes Denken und einseitiges wirtschaftliches Vorteilsstreben ignorieren die Bedingungen einer längst global gewordenen Welt. Die Weltgemeinschaft verweigert sich vor der neuen Faktenlage. In Summe verfügt der Mensch weder über ein der Situation angemessenes Bewusstsein, noch über Systeme, die der Situation gewachsen wären. Ein dramatischer Reformstau beherrscht die Welt. Und das in einer Zeit, in der explodierende Innovationskraft die Gegebenheiten immer noch schneller verändert.

Die Realität der Weltgemeinschaft ist erschütternd. Eine Minderheit verfügt über überproportionalen Reichtum und verbraucht durch ihren Lebensstil ein unverhältnismäßiges Übermaß an Ressourcen. Zwischenzeitlich verstärkt sich die Kluft zwischen Arm und Reich nicht nur zwischen Regionen der Welt, sondern überall, auch innerhalb wohlhabender Nationen. Es ist das Ergebnis eines sich fortschreibenden Anachronismus, der die veränderten Gegebenheiten ignoriert. Überschrittene Wertmaßstäbe und Weltanschauungen halten die Welt in Geiselhaft und behindern notwendige Veränderungsprozesse.

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Die Demokratie, die freie Martkwirtschaft, Rechtsstaatlichkeit und bürokratische Ordnung brachten der Welt einen phantastischen Aufstieg. Jedoch begann sich die Erfolgsgeschichte zuletzt immer mehr als ein Pyrrhussieg herauszustellen. Es wurde vergessen, Gesellschaften und Systeme zielgerichtet auf die sich verändernden Gegebenheiten anzupassen. Das Dogma war festgefahren, und führt sich in seiner Auswirkung zunehmend ad absurdum.

Das globale Wirtschaftssystem birgt den Nachteil, dass es Leben zerstört und die Erde für den Menschen unbewohnbar macht. Ein dogmatisches Monster durfte sich im Bewusstsein der Menschheit festsetzen und frisst die Zukunft von innen heraus auf. Es ist das übergeordnet leitende Geisteskonstrukt. Eine Religion, die sich verselbständigte und subtil die Geschicke der Welt zu seinen Gunsten lenkt.

Sofern sich der Mensch nicht eines Besseren besinnt, die Schieflagen im Finanz- und Währungssystem, in der wirtschaftlichen Ordnung und der entgleisten Bürokratie nicht hinter sich lässt, geht er inmitten seiner Errungenschaften unter.

Das Monster sitzt in indokrtinierten Geistern. In Gehirnen, die zu unersättlichen Monstern erzogen wurden und diesen Umstand oft nicht einmal bemerken. Für sie ist es nicht mehr als ein natürlich anmutender Teil der gesellschaftlich anerkannten Doktrin. Doch plötzlich ist die Welt eine andere, die Wahrheit wird neu gesetzt. Fundamentale Paradigmen ändern sich.

Die Aussicht auf eine bessere Zukunft lässt sich nur auf Besonnenheit und höheren Werten für das Leben gründen. Dies ist zunächst die Aufgabe für jeden Einzelnen. Eine neue Zeit wirft neue Fragen auf. Die Veränderung der Welt, in ein nachhaltig höheres Stadium ihrer Entwicklung, ist ein Spiel mit kritischen Massen.

Jeder Einzelne trägt die Verantwortung, die Welt zum Besseren zu wenden. Ein neuer Lifestyle, aus einem umfassenderen Bewusstsein über den Sinn und Unsinn der eigenen Existenz, ist angemahnt.

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Der sich als demokratisch verstehende Westen bemüht die Systemrelevanz, um Krisen zu bewältigen. Dass auch die demokratischen Systeme höchst reformbedürftig sind, und ihre dogmatische Verknüpfung mit einer marktwirtschaftlichen Ordnung der globalen Faktenlage längst nicht mehr angemessen ist, wird ignoriert. Wie der Kommunismus die Gemeinschaft zu einseitig in den Vordergrund stellte und praktisch hierarchische Gewaltmonopole hervorbrachte, setzte der Marktliberalismus zu einseitig auf das Vermögen des Individuums und wollte die Gemeinschaft entkräften und entmündigen. Zunehmend mutierte es zu einem ausbeuterischen System, das Ungleichheit und Unverhältnismäßigkeit forciert, es Einzelne zu Lasten der Allgemeinheit übervorteilt, Kollateralschäden auf Dritte und die Umwelt abwälzt. Es ist schicht ein intellektuell begrenztes Dogma, das zu limitiert ist, um der Vielfalt der Welt gerecht werden zu können. Es ziert sich nicht, seine niederen Egoismen zur Schau zu stellen.

Wenig umsichtiger zeigt sich das, was von einem einstigen kommunistischen Ideal übrig blieb. Zwischenzeitlich ist es entweder zur korrupten Vetternwirtschaft, oder zu einer elitären Machtmaschinerie mutiert, die den Globus mittels radikaler Wirtschaftstätigkeit beherrschen will. Die ideologischen Lager drifteten jeweils weit in eine einseitige Richtung ab.

Was allen gemeinsam ist, ist die besessene Hatz nach noch mehr wirtschaftlichem Wachstum. Obgleich die Weltgemeinschaft der natürlichen Umwelt längst mehr als das Doppelte an Ressourcen entzieht, als sie es regenerativ bereitstellen könnte. Unreflektiert und getrieben in niederem Bedürfnis, frisst die Menschheit ihre eigene Zukunft auf. Das globalisierte Dogma vom ungebremsten Wachstum beherrscht alle Lager und beschert der Erde den Supergau. Es ist unwahr, dass es Wohlstand für alle bringen könnte. Das Gegenteil offenbart sich immer offensichtlicher in einer zunehmend ernüchternden Realität. Die negativen Sekundäreffekte des etablierten Denkens fressen die positiven auf. Die Spirale der Entwicklung führt die Menschheit mehr in den Abgrund, als die florierende Zukunft zu erzeugen, die versprochen wurde.

Der notwendige Schritt nach vorne fehlt allen vorherrschenden Ideologien und Systemen. Ein ausgewogenes Zusammenspiel zwischen Gemeinschaft und Individuum über alle Grenzen hinweg. Humanität als ein globales Anliegen, das auch als Bedingung für eine lebenswerte Umwelt betrachtet wird.

Es fehlt der Ausgleich in alle Richtungen und über alle Ebenen. Ein tatsächlich demokratisches System gilt es erst noch zu erfinden. Es muß zumindest von globalem Ausmaß sein.

Es ist eine natürliche Begebenheit des evolutionären Prozesses, dass sich auch Systeme entwickeln und verändern. Denn Menschen entwickeln sich, werden zunehmend fähiger, intelligenter, komplexer, anspruchsvoller; sie haben immer höhere Ansprüche an das Leben und erfinden sich selbst in einem zunehmend umfassenderen Selbstverständnis – Leben bedeutet Transzendenz (Der Prozess der Individuation).

Durch das Entstehen kritischer Massen an Individuen, die einen (relativ) höheren Zeitgeist repräsentieren, reformieren sich zwanglsäufig auch die Gesellschaften. Auch sie folgen in ihrer Entwicklung dem stufenweisen Aufstieg des menschlichen Bewusstseins. Gesellschaftsformen und Systeme sind Zeiterscheinungen und unterliegen natürlichen Lebenszyklen. Der sich immer weiter entwickelnde Zeitgeist fordert neue Methoden und Maßnahmen ein.

Bisweilen, so wie es die Weltgemeinschaft derzeit erlebt, ist die Entwicklung keine lineare Anpassung vorherrschender Normen und Ordnungen, sondern eine sprunghafte Transformation, die grundlegend ist. Neuartige Systeme werden, auf innovative Art, auf einen umfangreicheren Kontext ausgerichtet, aus einer neuen Weltsicht heraus, unter neuen Prämissen und Zielsetzungen, neu entworfen. Vor keiner Verfassung macht die Entwicklung halt. Der natürliche Lauf der Dinge beinhaltet zu gegebener Zeit auch die Erneuerung der gesellschaftlichen Ordnungssysteme. Angesichts der allgegenwärtigen Missstände ist sie überfällig.

Grundsätzich sollten Systeme dazu erschaffen sein, der Entfaltung des Menschen zu dienen und die Rahmenbedingungen hierfür zu organisieren. Doch gegenwärtig erleben wir zunehmend dem entgegenstehende Tendenzen. Der Lebenszyklus der vorherrschenden Systeme ist abgelaufen. In einer längst realen, gemeinsamen globalen Welt, wartet ein Prozess grundlegender Erneuerung.

GLOBALISIERUNG: GLOBAL BEWUSSTE INDIVIDUEN GESTALTEN EINE GLOBALE WELT UND ORGANISIEREN SICH IN EINEM EMPATHISCHEN VERSTÄNDNIS NATÜRLICHER VERBUNDENHEIT. 

DER WANDEL DER

SYSTEME

Die Welt explodiert in Vielfalt und Variantenreichtum. Der Mensch antwortet darauf mit einem Dickicht an Regeln und Ausnahmen, was er Standards nennt. Mitunter reflexartig werden Kompromisse ausgehandelt, die mehr oder weniger verbindlich gelten und bei Bedarf umgeschrieben werden. Die mental isolierte Annäherung an die Wahrheit zeitigt zunehmend abstruse Blüten. Hier wird es einen grundlegenden Schnitt geben müssen. Denn es ist nicht das weitergehende Ziel des menschlichen Projekts, in unnötigen und widersinnigen Prozeduren Leben zu verstümmeln. Diesen Prozess der Erfahrung hat die Menschheit irgendwann einmal durchlaufen. Pragmatismus ohne Vision ist widersinnig.

DAS ENDE DER SPEKULATION

Spekulation – Manipulation – Zufall. Der Mensch hat ein großes Kasino entworfen und es zum bestimmenden System gemacht, dem er sich unterordnet. Dabei nimmt er an intelligent zu handeln. Nun – der Homo Sapiens muss sich erst noch darum bemühen, sich diesen Titel zu verdienen. Shareholder Value wird nicht als der Weisen letzer Schluss andienen.

DIREKT, EINFACH, TRANSPARENT

Ein höherer Komplexitätsgrad ist nicht mit komplexeren Regeln, sondern aus einem höheren Verständnis und auf innovative Art und Weise zu lösen. Hierfür darf man zunächst verstehen, dass es höhere Ansätze zu Denken und effizientere Wege gibt, um Dinge zu regeln. Nicht Überleben ist maßzuregeln, sondern der individuelle Drang zur Selbst – Entfaltung ist zu ermöglichen. 

BALLAST ABWERFEN

Der Homo Buerocraticus versucht, getrieben in Vorsorgedenken und dem Wunsch nach Kontrolle, die Welt und ihren Lauf zu ordnen. Ein ideologisches Paralleluniversum ist daraus hervorgegangen, das sich zunehmend selbst verwaltet und ineffizient ist. Tendenziell schließt es Randgruppen aus. Eine Zäsur steht an. Das Übermaß an unbrauchbarem Ballast ist zu entsorgen.

FREIHEIT ALS HALTUNG

Freiheit entsteht im Geist. Es ist die grundlegende Frage nach der Freiheit, die das Leben der Gegenwart stellt. Wenn der Mensch überleben möchte, wird ihm dies nur innovativ auf eine neue Art gelingen. Der Freiheit näher. Verantwortungsvoll und voll Vertrauen, ausgerichtet auf Konsens agierend. Leben ist längst zu einer globalen Einheit geworden. Die Zäsur ist unausweichlich.

IM WANDEL DER

GESELLSCHAFT

Die Menschheit steigt in ihrem Bewusstsein auf. Die Tendenz ist eindeutig: Menschen werden vermehrt zu rational begabten Individuen, die den Sinn des Lebens reflektieren und ein klares Bild von ihrem Dasein besitzen. Aktiv und inspiriert möchten sie ein dynamisches Leben in einer globalen Welt erleben. Zunehmend verstehen sie den Anteil, den sie zum Gelingen der (globalen) Gemeinschaft tragen.

INNOVATIVER MINIMALISMUS

Eine neue Präferenzordnung entsteht, die Passion und Lebendigkeit mit den Bedingungen der natürlichen Umwelt in Einklang bringt. Bewusster Verzicht führt zu überproportionalem Rückfluss höherer Art. Aus einer Welt des Wohlstands wird eine des umfassenden Wohlergehens.

KREISLAUFDENKEN und KREISLAUFWIRTSCHAFT

Leben ist wie Atmen – ein ständiges Geben und Nehmen. Balance kann nur entstehen, wenn Geben und Nehmen in Augleich ist. Dies betrifft alle Aspekte des Lebens. Auch Konsum, Beziehung, Einkommen und Geldfluss. Die Ökonomie des Lebens ist völlig neu zu denken.

GLOBALE VERANTWORTUNG

Eine globale Welt kann nur aus global bewussten Individuen bestehen. Die Globalisierung ist von daher zunächst ein Projekt von Aufklärung, Bildung und Bewusstseinsbidlung. Die menschliche Vernunft darf sich auf eine umfassendere Faktenbasis gründen.

ERFAHRUNGSWELT

Eine Zeit harter Arbeit, der Mensch als Träger von mechanischer Funktion und mentaler Wiederholung, geht zu Ende. Weil höhere Anlagen in Menschen verborgen liegen. Sie sind zu erfahren, zu erkennen und nutzbar zu machen. Passioniert entdeckt der Mensch eine Welt, in der er Leben zur Erfüllung bringt.

GESELLSCHAFT IST GEIST

Gesellschaften sind der kollektive Ausdruck der sie belebenden Individuen. Gesellschaftsformen entwickeln sich im sich entwickelnden Bewusstsein ihrer Mitglieder. Individuelles und kollektives Bewusstsein entwickelt sich in Wechselwirkung.

Der fundamentale Paradigmenwechsel zeigt sich überall auf der Welt. Sozialökologisches Bewusstsein, Abkehr von der eindimensionalen Werteordnung der existierenden Konsumgesellschaft und eine ganzheitliche, integrierende Grundhaltung. Neuausrichtung an Passion, Berufung und Transzendenz. Der Aufstieg aus einer Überlebens- über eine Sicherstellungs- über eine Wohlstands- über eine Individualisierungswelt hinaus. Individuen, die nicht eine adaptierte Konvention, sonder ihre authentischen Anlagen lebendig werden lassen, reformieren in ihrem neuen Geist die Welt.

Eine Lebenswelt, die sich an einem Zeigeist orientiert, der Möglichkeiten schafft und Wertloses, Scheinbares, Unwesentliches entfernt. Die Konzentration auf höhere Werte. Der Aufstieg aus einer pragmatischen Welt, zusammengehalten in nüchterner Kalkulation, hin in eine visionäre Erfahrungs- und Erfüllungswelt, die der Menschlichen Existenz einen höheren Sinn verleiht.



Die Veränderung der Systeme ist die Aufgabe der Individuen. Sie sind es, die den Geist der Gemeinschaft formen. Systeme werden dem sich verändernden Geist der Gemeinschaft zwangsläufig folgen.

Es wird die aufbegehrende Jugend sein, die in ihrem bewussten Streben nach einer lebenswerten Zukunft die Gegebenheit der menschichen Welt in ein rechtes Licht rücken wird. Jugendlich denkende Individuen, gleich welchen Alters, welchen Standes, welcher Hautfarbe oder welchen Geschlechts.

Der GLOBAL MIND entwickelt sich von innen heraus. Die Zukunft enspringt dem inspirierten Geist sich besinnender Wesen.

Der GLOBAL MIND im Aufstieg des Bewusstseins

RATIO GLOBALIS

Es gibt nur einen erfolgversprechenden Weg, der uns eine bessere Welt in Aussicht stellt: Er führt über ein höheres Verständnis von uns selbst und von den wahren Gesetzmäßigkeiten des Lebens.

Erst durch ihn werden wir unsere Kultur nachhaltig erheben!

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Robert Welscher
2021

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